1.) Überblick über die Wundheilung

Wundheilung
  1. Überblick über die Wundheilung
  2. Entzündungsphase
  3. Proliferationsphase (Zellneubildungsphase)
  4. Konsolidierungsphase
  5. Umbau-oder Organisationsphase
  6. Wie beeinflusse ich die Wundheilung?

Eines der dominierenden Themen, weshalb Patienten zur Physiotherapie erscheinen ist die Wundheilung, deren Ablauf, Dauer und mögliche Interventionen. Im heutigen Blogbeitrag soll eine kurze Übersicht zum Thema Wundheilung erstellt werden.

Du verletzt dich, knickst um und reißt dir ein Band ab, hebst eine große Last falsch oder du „erabeitest“ dir eine Blase an der Hand.
Was passiert nun in dir, wie wird das eingeteilt und das wichtigste, was kannst du machen, damit das alles optimal abläuft?

Zunächst möchte ich einen kurzen Überblick geben über die Wundheilung geben und in den nächsten Themen die einzelnen Phasen etwas genauer vorstellen und was getan werden kann um die Phasen optimal abzuschließen.

1.1) Klassische Einteilung der Wundheilungsphasen

  • Tag 0-5 Entzündungs-oder Reizungsphase, teilt sich nochmal in vaskuläre Phase (Tag 0-2) und zelluläre Phase (Tag 2-5)
  • Tag 5-21 Proliferationsphase
  • Tag 21-60 Konsolidierungsphase
  • Tag 60 bis 360 Organisations-oder Umbauphase

1.2) „Immunologische“ Einteilung

Diese Einteilung ist vor allem in den ersten beiden Phasen sinnvoll, da hier die anwesenden Zelltypen des Immunsystems gezeigt werden.
In der vaskulären Phase sind vor allem Leukozyten ( weiße Blutkörperchen) im Wundgebiet vorhanden (vor allem Neutrophile Granulozyten und Makrophagen). Da eine der Funktionen das Fressen von Mikroorganismen sind, ist das natürlich auch sinnvoll.
Eine weitere Zellart startet nach kurzer Zeit in das Vorhaben Wundheilung, die Fibroblasten (Vorläuferzellen von Fibrozyten). Diese sind verantwortlich für die Bildung von neuem Bindegewebe, für den Abbau von zerstörtem Kollagen (sogennante Kollagenasen) und den Aufbau von Grundsubstanz (sog. Glykosaminoglykane) zuständig.

1.3) „Protein“ Einteilung

Bei jeder Verletzung werden auch Hautgefäße verletzt, was zur sofortigen Ausschüttung von Plasma- Fibronektin sorgt. Dieses Glykoprotein („verzuckertes Eiweiß“) sorgt für eine Bildung von Blutgerinnungsfaktoren, Fibroblasten, Kreatinozyten (Hautzellen) und Zellen des Immunsystems. Plasma Fibronektin ist in der ersten Phase der Verletzung (höchster Wert etwa ab Tag 2-3) gehäuft vorzufinden und es sollte nach etwa 8-9 Tagen komplett verschwunden sein.
Zu Anfang der Verletzung bildet sich, wie in der immunologischen Einteilung bereits gesehen schon Kollagen. Dieses zu Anfang gebildete Kollagen ist allerdings Kollagen III (Tag 1 bis Tag 7), welches bei weitem nicht so belastbar ist, wie das spätere Kollagen I (ab Tag 2-3).
Als Faustformel gilt hierbei, je mehr Kollagen I vorhanden ist, desto stabiler und beweglicher wird das Gewebe.

Wie genau die einzelnen Phasen der Wundheilung funktionieren und warum dies für dich wichtig sein kann, werden wir in den nächsten Artikeln genauer erläutern.

Autor: Andreas Mederer

Photo credit: Editor B via VisualHunt / CC BY

2017-09-01T16:54:53+00:00