3.) Wundheilung – Die Proliferationsphase

Wundheilung

Du hast nun die ersten Tage der Verletzung überstanden, die Entzündungsphase ist abgeschlossen, was passiert jetzt im Körper und was ist in dieser Phase zu beachten?

Proliferationsphase

Die Phase umfasst den Zeitraum von Tag 5- Tag 21, in der Literatur von einigen auch schon ab Tag 3 beschrieben.

Die Zahl der Immunzellen, wie z.B. Monozyten, Leukozyten, Lymphozyten und Makrophagen nimmt ab, wodurch die Fibroblasten der dominante Zelltyp im Wundgebiet werden. Es werden weiterhin Wachstumsfaktoren gebildet, nur mit dem Unterschied, dass diese jetzt weniger von Makrophagen gebildet werden, sondern mehr von Fibroblasten. Die Fibroblasten produzieren jetzt zusätzlich noch sogenannte Kreatinozyten und den Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktor.

Nach etwa 14 Tagen sollten im Wundgebiet nur noch Fibroblasten oder Myofibroblasten zu finden sein (außer im Wundrand, dort können noch einige Mastzellen vorhanden sein). Eine normale Entzündungsreaktion ist spätestens jetzt zu Ende gegangen.

In der gesamten Proliferationsphase ist die Bildung von Kollagen sehr ausgeprägt, welches durchaus in der Lage ist sich richtig zu „organisieren“, allerdings ist dies von der Belastung abhängig, welche auf die Struktur einwirkt. Normale, schmerzadaptierte Belastung trägt zu einer guten Organisation des Gewebes bei, wohingegen Schonung oder zu viel Belastung zum Problem werden kann.
Die Produktion von Glykosaminoglykanen und Proteoglykanen ist in dieser Zeit noch deutlich eingeschränkt, was zu weniger beweglichen und belastbaren Gewebe führt.

Was kannst du machen, damit die Proliferationsphase normal abläuft?

Physiologische, schmerzadaptierte Belastung (Schmerz kommt immer vor Schaden nach einer Verletzung. Der Körper, besser gesagt das Gehirn, ist sehr schlau und schützt uns, bevor es zu einem Schaden kommt, weit vor einer Verletzung oder einem Schaden.

Ein guter Stoffwechsel (vor allem die Insulinsensitivität spielt hierbei eine wichtige Rolle). Ausreichend Bindegewebssubstanzen sollten vorhanden sein (genug Protein, Vitamin C, Eisen, Selen). Viel Schlaf (8-10 Stunden pro Tag erholsamer Nachtschlaf)

Fibroblasten:

Teil der extrazellulären Matrix; vor allem Kollagen

IGF:

Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor

Glykosaminoglykane:

an Proteine gebundene Zuckerverbindungen, mit der Eigenschaft große Mengen Wasser zu binden (Gewebe wird elastischer)

Kreatinozyten:

hornbildende Zelle (bei Hautzellen der hauptsächliche Zelltyp)

Leukozyten:

Setzen Entzündungsbotenstoffe frei

Makrophagen:

Fresszellen des Immunsystems

Monozyten:

Vorläufer der Makrophagen

Myofibroblast:

Ähnlich dem Fibroblasten mit kontraktilen Elementen

Neutrophile:

Teil der weißen Blutkörperchen

Monozyten:

Vorläufer der Makrophagen

Proliferationsphase:

Zellneubildungsphase

Proteoglykane:

Unterform der Glykosaminoglykane mit sehr hoher Wasserbindung (Gewebe wird stabiler)

Photo credit: Editor B via VisualHunt / CC BY

2017-11-28T13:02:08+00:00